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Westlich von
Bischdorf am rechten Baudeufer zogen sich die 90 Hufen hin, die Heinrich
Fleming unter dem 14. März 1297 dem Martin von Rutenberg, dem Sohn des
verstorbenen Bartolomäus von Rutenberg, als Gut zu kulmischem Recht
verschrieb und auf denen bald darauf die Gutsdörfer Groß- und
Klein-Rautenberg entstanden. Zwei Monate später, am 15. Mai 1297 erhielt das
Gut Kurau sein Privileg. Zu einer Größe von 40 Hufen, die in den Feldern
Gechriten (Jägeritten), Kurwen (Kurau) und Clopetiten lagen außerdem ein
Drittel der anliegenden Wiese Poziegen umfaßten, übertrug der Bischof dem
Gerko (Gerhard), einen der Brüder von Lichtenau, als Ersatz für seine
frühere Begüterung in Watinin (Wagten) an der Drewenz, die er wieder dem
bischöflichen Tisch überlassen hatte. Das heutige Dorf Kurau ist nur ein
Stück des alten Gutes, das nach Norden bis hin zum Fuchsberg und zum
Kurauschen Moosbruch reichte, in den Kriegen des 15. Jahrhunderts zum Teil
wüst wurde und wieder mit Wald bestand. - Vermutlich zu der selben Zeit, da
Heinrich I. dem Martin von Rautenberg sein Gut verbriefte, verlieh er
westlich von der Baude dem Ritter Dietrich von Ulsen 100 Hufen, in die sich
bald darauf die Gutsdörfer Heinrichsdorf
und Vierzighuben teilten. Auch sie gingen in den wilden Zeitläufen, die in
der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts das Ermland heimsuchten, zu Grunde.
Sie wurden dann zwar zwei Jahrhunderte später wieder angesetzt, aber ein
Teil der Hufen, der heutige Forstbelauf Riederwald, blieb landesherrlicher
Wald, ein anderer Teil fiel an das
Dorf Bludau.
Im Sommer des Jahres 1298 verließ Bischof Heinrich Fleming abermals seine
Diözese, um nach Mitteldeutschland zu gehen. In den letzten Oktobertagen des
genannten Jahres weilte er auf dem Eichsfeld; im September 1299 und noch
Ende Februar 1300 läßt er sich in Thüringen nachweisen. Wahrscheinlich
wollte er dort für sein fernes Bistum neue Ansiedler gewinnen. Kurz nach
seiner Heimkehr schlug ihm am 15. Juli 1300 sein letztes Stündlein. In der
Dorfkirche zu Frauenburg unter dem Stein vor dem Altar ward seine irdische
Hülle beigesetzt. Des Bischofs Gebeine sind Längst Staub und Asche geworden.
Sein Leichenstein hat nur zum Teil dem Sturm der Zeiten widerstanden. Ein
Bruchstück, dessen oberer Teil fehlt, lag er in der Kathedrale zwischen dem
Altar des Mittelschiffes
und dem ersten nördlichen Pfeiler. Aber
unvergessen bleibt, was Bischof Heinrich I. für die Besiedelung des
Ermlandes getan hat.
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Nur aus dem Walde Stemkies oder
Stehneken zwischen Sonnwalde und Lichtenau ist noch nach 1772, also in der
preußischen Zeit, durch Rodung das Dorf Steinkerwalde geworden.
So hatte sich das Kapitel von Ermland bei der Lösung der großen Aufgabe der
Erschließung und Urbarmachung des Fürstbistums den Bischöfen ebenbürtig zur
Seite gestellt. Das Erreichte ermutigte zu weiterem, rüstigen Wirken und
Schaffen.
Im Gebiet westlich Baude, das ums Jahr 1317 ganz unter die Landeshoheit des
Frauenburger Kapitels gekommen war, hatte Bischof Eberhard, der Nachfolger
Heinrichs I., am 25. Mai 1310 dem jüngsten der Brüder von Lichtenau dem
Hermann von Bludau,
das Feld Klopotiten und den dritten Teil der Wiese Puringe
als kulmisches Gut verschrieben
zum Ersatz für die ihm einst von Heinrich I. in Pogetanien verliehenen
Felder Zxgeniten und Swarboniten (die Gegend des heutigen Waltersmühl an der
Passarge).
Das Gut Bludau,
wie es nach seinem ersten Besitzer genannt wurde, ward schon sehr frühe zu
einem Dorfe aufgetan, dem jetzigen Kirchdorf Bludau. - Die noch unvergebene
Südwestspitze des Gebietes überließ das Kapitel einem Hermann Kurrseg
(Wagenmacher, Wagner) zur Ansetzung des Dorfes (Alt-) Münsterberg, das am
12. Juli 1321 seine handfeste erhielt.
Das zwischen Marz und Baude gelegene Stück des
Fürstbistums Ermland
bildete fortan das domkapitulärische Kammeramt Frauenburg; die Terra Wewa
gab das zweite Kammeramt des Kapitels, das Kammeramt Mehlsack ab. Als
drittes trat nach der Aufteilung des südlichen Ermlandes im Jahre 1346
Allenstein hinzu. Auch das bischöfliche Gebiet wurde in solche Bezirke
geschieden. Hier entstanden mit der fortschreitenden Besiedlung des Landes
nach und nach die 7 Kammerämter Braunsberg, Heilsberg, Wormditt, Guttstat,
Seeburg, Bötzel und Wartenburg. Es geschah diese Einteilung in Kammerämter
der besseren Uebersicht und Verwaltung wegen. An der Spitze eines jeden
Kammeramtes stand ein Kämmerer, dessen Hauptaufgabe eben die Verwaltung des
ihm unterstellten Bezirkes war. Diese Kämmerer, durchaus zuverlässige und
bewährte Leute, wurden, wenigstens in der ersten Zeit, wohl ausschließlich
aus der alteingesessenen Bevölkerung genommen, zu der sie etwa in demselben
Verhältnis standen, wie die Schulzen zu den Insassen der deutschen Dörfer,
nur daß der Bezirk, den Kämmerer zu beaufsichtigen hatte, ein viel größerer
war, einen ganzen Gau oder doch die
Unterabteilung eines solchen umfaßte, ein Gebiet, das man später, ...
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Die Furcht vor den Ueberfällen
der Litauer veranlaßte dann am 20. November 1347 die Ueberführung des
Stiftes nach dem festen Guttstadt. Glottau aber blieb, wie es in der
Verlegungsurkunde heißt, Titel- und Mutterkirche "wegen der Verehrung des
heiligsten Altarssakramentes, durch das dort Wunder geschehen und fromme
Wallfahrten des Volkes veranlaßt werden". Zu Guttstadt hat das Kolegiatstift
bis zum Jahre 1810 bestanden.
Bei der Besiedelung des Landes standen vor allem allen die Vögte der
Herrschaft beratend und helfend zur Seite. Eine ganze Anzahl angesehener
Männer hat unter Bischof Eberhard das wichtige Amt des Bistumsvogtes
versehen: Otto von Rossen, Johannes, Bruder (des Deutschen Ordens) Konrad
von Altenburg,
Alexander von Bludau,
Bruder Rutcher, Bruder Friedrich von Liebenzelle; am längsten Otto von
Rossen, der sich als Vogt der ermländischen Kirche vom 20. Juni 1305 bis zum
04. Juli 1307 und wieder vom 08. Juli 1311 bis zum 26. März 1313 nachweisen
läßt. Zum Lohn für seine treuen, dem Bistum geleisteten Dienste verschrieb
Bischof Eberhard unter dem 26. März 1313 ihm und seinen Kindern beiderlei
Geschlechts von seiner zweiten rechtmäßigen Gemahlin Gernscha,
(44 Hufen bei Wormditt) als
Lehen zu kulmischem Recht, in die sich heute das Dorf Albrechtsdorf und das
Gut Adelig Albrechtsdorf teilen, (welch letzteres) jetzt zum: Gut Lemitten
gehört.
Auch sonst wußte der Bischof treue Dienste zu vergelten. Sein persönlicher
Diener, der Stammpreuße Stehnam, erhielt am 13. Juli 1313 im Felde Wozo bei
Benern das 6 Hufen große Gütchen, (das bald darauf Sadluten heißt) und
später zum Dorf Gronau geschlagen wurde. - Benern selbst, das ein Otto von
Fischau auf dem Felde Dissemen und den an anstoßenden Fluren gründete, ward
am 13. Juli 1316 privilegiert. - Die Ansetzung der Ortschaften Dietrichsdorf
und Voigtsdorf bei Arnsdorf, Groß Grünheide und Klein Grünheide bei Wormditt
erfolgte gleichfalls noch unter Bischof Eberhard. Das gut Dietrichsdorf,
dessen Gebiet der Litauereinfall von 1311 schwer getroffen hatte, übertrug
der Bischoff am 03. Oktober 1320 seinen beiden Neffen Dietrich und Heinrich,
den Söhnen Arnolds von Neiße. Lokator des Dorfes Voigtsdorf wurde ein
Heinrich von Kaltstein, dem es am 25. Juli 1329 z. Zt. Sedisvakanz, z. Zt.
der Erledigung des Ermländischen Bischofsstuhles, der damalige Bistumsvogt,
der Ordensbruder Friedrich von Liebenzelle, verschrieb. Die Güter Groß- und
Klein Grünheide, 21 Hufen im Felde Lehlaufen, wurden am 04. Februar 1322 den
Kindern des verstorbenen Johannes Fleming, seinem Sohn Albert und seinem
Schwiegersohn Albert von Bas...

Ort: Bludau / Bludowo
(deutsch/polnisch)
Flächenmaß:
1 Hufe = 37 ha |
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