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Vorgeschichte und Frühzeit
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Aus der Überlagerung jungsteinzeitlicher Stämme entstand etwa 2500 v. Chr. im Ostseeraum die Gruppe der Urbalten. Sie gründeten erste Siedlungen und vollzogen den Übergang vom Jäger- und Normannentum zu Ackerbau und Viehzucht.
Zu den baltischen Stämmen gehörten neben den Letten und Litauern die Prussen. Sie besiedelten vor allem den östlichen Teil des späteren Ostpreußens. Im Gebiet westlich der Passarge* wanderten um 500 v. Chr. ostgermanische Stämme ein. Die Preussen entwickelten eine eigene Kultur. Um das Jahr 1000 scheiterten die ersten Christjanisierungsversuche mit dem Märtyrertod der Missionare Adalbert von Prag und Bruno von Querfurt.
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts erfolgten im Auftrag von Papst Innozenz III. erneute Missionierungsbemühungen. Sie wurden von Konrad I., Herzog des polnischen Teilfürstentums Masovien, Herr über Kujavien und das Kulmer Land, unterstützt. Die Prussen daraufhin ihrerseits in Masovien ein.
*Passarge = Fluß 171 km lang, und fließt ins Frische Haff (Ostsee). |
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Der Deutschenordenstaat Preußen
(1283 - 1525)
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1226 bat Konrad von Masovien den Deutschen Orden um Hilfe gegen die heidnischen Prussen und schenkte ihm als Ausgangsbasis das Kulmer Land. Der Orden war 1190 auf dem 3. Kreuzzug vor Akkon im Heiligen Land zur Pflege verwundeter Kreuzfahrer gestiftet und 1198 zu einem geistlichen Ritterorden erhoben worden.
Kaiser Friedrich II. bestätigte die Schenkung mit der „Goldenen Bulle von Rimini“. Papst Gregor IV. stellte 1234 die zu erobernden Gebiete “zum ewigen Besitz” unter den Schutz der Kirche. 1283 unterwarfen sich die Prussen und nahmen den christlichen Glauben an.
Zur Sicherung des Landes errichtete der Deutsche Orden 140 Burgen und mehr als 1500 Städte und Dörfer. Der Orden schuf einen straff organisierten Staat, dessen Territorium Anfang des 15. Jahrhunderts von der brandenburgischen Neumark bis Estland reichte.
Der Niedergang des Deutschen Ordens begann mit dem Sieg der verbundenen Staaten Polen und Litauen in der Schlacht bei Tannenberg 1410. Zu den Kriegsfolgen kamen Spannungen im Land. Mit der Forderung nach mehr Mitbestimmung schlossen sich Stände und Städte zum „Preußischen Bund“ zusammen. Im sog. „Städtekrieg“ verbündeten sie sich mit dem polnischen König gegen den Orden.
Der 1466 geschlossene „2. Thorner Friede“ unterstellte die westlichen Teile des Staates mit Danzig und das selbstständige Bistum Ermland der polnischen Krone. Dem Orden verblieb das übrige Ostpreußen mit der Hauptstadt Königsberg. |
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Das Herzogtum Preußen
(1525 - 1701)
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Hochmeister Albrecht von Brandenburg-Ansbach trat zum evangelischem Glauben über, und wandelte auf anraten Luthers 1525 den Ordenstaat in ein weltliches Herzogtum unter polnischer Lehnshoheit um. Preußen wurde zur ersten evangelischen Kirchenprovinz. Unter Albrecht von Brandenburg erlebte das Land eine neue kulturelle und politische Blütezeit.
1569 wurde das Gebiet Westpreußens als „Preußische Lande Königlich Polnischen Anteils“ dem polnischen Staat angegliedert. Die Städte Danzig, Thorn und Elbing behielten ihr Selbstverwaltungsrecht und ihre evangelische Konfession.
Das Herzogtum Preußen fiel 1618 nach dem Erlöschen der Ansbachischen Linie an den Kurfürsten von Brandenburg, der es mit seinem Land in Personalunion vereinigte.
1657 gelang es Friedrich Wilhelm, dem Großen Kurfürsten, die polnische Lehnshoheit über das Herzogtum Preußen abzuschütteln. Im Frieden von Oliva 1660 erreichte er die Anerkennung der Souveränität Preußens durch die Großmächte. |
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Das Königreich Preußen
(1701 - 1918)
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Kurfürst Friedrich III. krönte sich im Jahre 1701 unter den Namen Friedrich I. zum König in Preußen“.
Schwedenkriege, Tatareneinfälle und Pest hatten große Teile Ostpreußen verheert. Friedrich Wilhelm I., der „Soldatenkönig“, entwickelte das Land durch Verwaltungsreform und Wiederaufbaumaßnahmen („Retablissement“).
Ab 1740 setzte Friedrich der Große das „Retablissement“ seines Vaters fort.
Mit der Polnischen Teilung 1772 und 1793 fielen die im 2. Thorner Frieden abgetrennten Gebiete an Preußen.
Nach Napoleons Siegen und den Frieden von Tilsit ging 1807 von Königsberg das Reformwerk des Freiherrn vom Stein aus. Die Verwaltung wurde neu organisiert, die bäuerliche Leibeigenschaft abgeschafft, die Armee zum Volksheer umgestaltet.
Mit der Konvention von Tauroggen 1812 und seiner Ansprache vor den ostpreußischen Ständen leitete General Yorck die Befreiung Deutschlands von der Herrschaft Napoleons ein. Friedrich Wilhelm III. erließ 1813 den von Ostpreußen Hippel verfassten Aufruf an mein Volke.
Beim Einfall russischer Truppen 1914 in Ostpreußen wurden viele Ortschaften zerstört. Hunderttausende flohen, wurden verschleppt oder getötet. In den Schlachten bei Tannenberg und an den masurischen Seen wurde 1914/15 die russische Armee zurückgeschlagen.
Mit der Abdankung Wilhelms II. 1918 endete zusammen mit dem Deutschen Kaiserreich das Königreich Preußen. |
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Ost- und Westpreußen von Versailles bis Potsdam
(1919 – 1945)
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Durch den Versailler Vertrag 1919 wurde das Gebiet um die Weichselmündung zur „Freien Stadt Danzig“ erklärt. Der Mittelteil der Provinz Westpreußen fiel an Polen und bildete den sog. Korridor, der Ostpreußen vom Reich abschnitt. Die Gegend um Soldan musste an Polen abgetreten werden. Das Memelland kam unter Kontrolle der Alliierten.
Die unter alliierter Aufsicht durchgeführte Volksabstimmung ergab 1920 im südlichen Ostpreußen eine Mehrheit von 97,9 %, im Bereich Marienwerder von 92,4 % für den Verbleib bei Deutschland.
Das 1923 von Litauen besetzte Memelland wurde unter dem außenpolitischen Druck des NS-Regimes im März 1939 zurückgegeben. Nach der Besetzung Polens zu Beginn des 2. Weltkrieges wurden Danzig, der Korridor und der Kreis Bromberg dem Reich angegliedert.
In der Endphase des 2. Weltkrieges fiel etwa ein Fünftel der Zivilbevölkerung britischen Bombenangriffen und den Kampfhandlungen der Roten Armee zum Opfer oder starb auf der Flucht. Die meisten Überlebenden wurden aus ihrer Heimat vertrieben.
Das Potsdamer Abkommen unterstellte 1945 das nördliche Ostpreußen sowjetischer Verwaltung, das Memelland wurde der Litauischen Republik der UdSSR angegliedert. Der ehemalige Korridor kam an Polen, das südliche Ostpreußen mit Danzig unter polnischer Verwaltung.
1945 wurden die Gebiete Polen endgültig zuerkannt; seit dem Austritt der baltischen Staaten aus der UdSSR ist das Memelgebiet ein Teil der Republik Litauen. |

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